Reputation als Führungskraft haben Sie bereits, ob Sie daran arbeiten oder nicht: Ihr Team und Ihre Kollegen nutzen alles, was Sie sagen und tun, und auch das, was Sie unterlassen, um zu entscheiden, welche Art von Führungskraft Sie sind. Prägen können Sie dieses Urteil über Ihre Werte, Ihr Verhalten und deren Beständigkeit.
Reputation ist der Ruf, der sich aus vergangenen Erfahrungen, Begegnungen und Beziehungen ableitet. Sie entsteht über Jahre und eilt Ihnen voraus, in Sitzungen, Beförderungsrunden und Gesprächen mit Headhuntern.
Drei Begriffe werden oft vermischt. Reputation blickt zurück: Was haben andere mit Ihnen erlebt? Ihr Standing als Führungskraft beschreibt, wer Sie jetzt sind und wie Sie im Raum wirken.
Sichtbarkeit wiederum betrifft die Frage, ob Ihre Erfolge überhaupt bemerkt werden. Mehr dazu im Beitrag Sichtbarkeit als Führungskraft: So wird Ihr Erfolg erkennbar.
Die drei hängen zusammen. Ein starkes Standing ohne Beständigkeit verpufft, Sichtbarkeit ohne Substanz schadet dem Ruf. Reputation ist das, was nach vielen Begegnungen übrig bleibt.
Ansehen in der Führung ist erstrebenswert und nützlich. Es gibt Ihnen Selbstwert und schafft eine Basis für Vertrauen in Kommunikation und Zusammenarbeit.
Eine klare Reputation als Führungskraft beeinflusst, wie Ihre Entscheide aufgenommen werden und wie wirksam Sie in Ihrer Rolle sind. Ihre Karrierechancen hängen ebenfalls daran, weil sie zeigt, ob Sie mehr Verantwortung tragen können und wollen.
Der Aufbau braucht Zeit und die Bereitschaft, Stärken und Schwächen ehrlich anzuschauen. Er verändert sich mit jeder Etappe Ihrer Karriere.
Werte und Antreiber klären. Wissen Sie, wofür Sie stehen und wofür nicht? Was motiviert Sie, und wofür wollen Sie bekannt sein? Teams folgen Führungskräften, die sie respektieren und denen sie vertrauen. Das Verhalten anderer nachzuahmen, um Gunst zu gewinnen, hält selten lange. Prüfen Sie Ihre Führungsmotive auf vier Ebenen: Funktional (Ihre Führungsmethoden), sozial (der Umgang mit anderen), persönlich (der Umgang mit sich selbst) und ethisch (Werte und Lebenssinn).
Das aktuelle Bild prüfen. Bitten Sie Vorgesetzte, Kollegen und Menschen aus Ihrem privaten Umfeld um Feedback zu Ihrem Kommunikations- und Entscheidungsstil. Notieren Sie, wo die Fremdsicht von Ihrer Selbstsicht abweicht.
Den eigenen Beitrag bestimmen. Welche Wirkung haben Sie heute, und welchen Impact wollen Sie in den nächsten ein bis zwei Jahren erzielen? Ihre Reputation sollte Ihren Beitrag zum Unternehmen klar erkennen lassen.
Ein persönliches Leitbild formulieren. Beantworten Sie für sich: Wer sind Sie, wofür stehen Sie, wie arbeiten Sie? Hilfreich ist eine Maxime, etwa «Ich eröffne Chancen, für andere und für mich.»
Ihre Reputation als Führungskraft folgt dem, was Sie wiederholt tun. Das Leitbild ist deshalb erst der Anfang.
Das Leitbild leben. Teilen Sie es mit Kollegen und Team, damit alle wissen, was sie von Ihnen erwarten dürfen. Ein öffentliches Bekenntnis macht es schwerer, beim ersten Hindernis aufzugeben, und schafft Unterstützer.
Reputation leidet selten an einem einzigen Fehler. Meist summieren sich Muster, die das Umfeld lange vor Ihnen bemerkt.
Zusagen, die nicht eingehalten werden. Ein verschobener Termin ist verzeihlich. Wird er zur Regel, gilt Ihr Wort weniger.
Erfolge, die Sie allein für sich beanspruchen. Das Team merkt sich, wer bei der Präsentation vorne stand und wer die Arbeit gemacht hat.
Abtauchen in der Krise. Gerade wenn es schwierig wird, schauen alle auf die Führung. Wer dann unsichtbar wird, prägt den Ruf für Jahre.
In meiner Arbeit sehe ich Reputation selten an grossen Auftritten scheitern. Häufiger leidet sie an kleinen Widersprüchen zwischen Gesagtem und Getanem, die sich über Monate summieren.
Meine Position: Ihre Reputation spricht in Räumen, in denen Sie nicht sitzen. Deshalb zählt die Beständigkeit Ihres Verhaltens mehr als jede einzelne Präsentation.
Vorsicht beim Extrem, Reputation wie eine Marke zu inszenieren. Wer nur noch an seinem Bild feilt, wirkt bald glatt, und Teams merken den Unterschied zwischen Auftritt und Haltung schnell.
Reputation ist das Urteil, das andere aus Ihrem bisherigen Verhalten gebildet haben. Standing beschreibt, wie Sie heute auftreten und wahrgenommen werden. Ein gutes Standing zahlt über die Zeit auf Ihre Reputation ein.
Meist Jahre, weil Reputation auf wiederholten Erfahrungen beruht. Verlieren lässt sie sich schneller. Beständigkeit im Kleinen ist deshalb der wirksamste Hebel.
Bleiben Sie sichtbar und erreichbar, gerade wenn Sie noch nicht alle Antworten haben. Sagen Sie, was Sie wissen, was Sie noch klären und bis wann. Verlässlichkeit in unsicheren Wochen bleibt lange in Erinnerung.
Ja, mit Geduld. Benennen Sie offen, was schiefgelaufen ist, und zeigen Sie über Monate ein verändertes Verhalten. Regelmässiges Feedback hilft zu prüfen, ob die Veränderung ankommt.
Weiterführend auf hofmann.coach: Führungskraft als Coach: Wie Vertrauen und Ansehen wachsen · Topmanager: Wie Sie Wirkung und Ansehen im Leadership Team steigern · Führung entsteht im Kopf der Geführten
Hinweis: Dieser Beitrag erschien erstmals am 25.07.2019 und wurde im Oktober 2026 überarbeitet und erweitert.
Cristian Hofmann ist Executive Coach in Zürich und Schaffhausen (MAS Coaching & Supervision BSO, Forbes-Autor). Er hat in über 20 Jahren mehr als 1'500 Führungskräfte begleitet: CEOs, Geschäftsleitungen und Leadership-Teams in der Schweiz, mit messbar vereinbarten Zielen und auf Wunsch Pay-for-Results. Mehr über Cristian Hofmann.