Executive Coach auswählen: Woran Sie einen seriösen Coach erkennen

Einblicke von Cristian Hofmann, Top Executive Coach aus Zürich

Executive Coach auswählen heisst prüfen, bevor Sie vertrauen: Qualifikation, Erfahrung, Chemie und messbare Ziele. Sieben Prüfpunkte, Fragen fürs Erstgespräch und klare Warnzeichen.
Cristian Hofmann, Executive Coach in Zürich und Schaffhausen. Titelbild zum Beitrag «Executive Coach auswählen: Woran Sie einen seriösen Coach erkennen»

Wenn Sie einen Executive Coach auswählen, prüfen Sie vier Dinge: Die Qualifikation, die Erfahrung, die Chemie im Erstgespräch und ob der Coach mit Ihnen Ziele vereinbart, an denen sich die Arbeit messen lässt. Für jeden Punkt gibt es einfache Prüffragen.

Ein Executive Coach begleitet Führungskräfte in Einzelgesprächen bei Fragen der eigenen Führung, etwa bei schwierigen Entscheidungen oder der Wirkung im Umfeld. Die Berufsbezeichnung Coach ist rechtlich nicht geschützt. Wer sich so nennt, muss nichts nachweisen.

Woran erkennen Sie einen seriösen Coach?

Für fast jede Lebenslage gibt es heute einen Coach. 2019 habe ich in einem Presseartikel gesagt, ein Coach gehöre zur Grundausstattung der Businesswelt. Umso mehr zählt, wie seriös ein Angebot ist.

Professionelle Coaching-Kompetenz umfasst aus meiner Sicht fünf Kompetenzklassen: Persönlichkeit, sozial-kommunikative Kompetenz, Sachkompetenz, Methodenkompetenz sowie Feld- und Funktionskompetenz. Für Führungskräfte zählt die Feldkompetenz besonders: Wer Organisationen von innen kennt, versteht schneller, was eine angespannte Geschäftsleitungssitzung mit einem Menschen macht.

Für diese Kompetenzen kann ein Coach anerkannte Gütesiegel erwerben. In der Schweiz nimmt der BSO, Berufsverband für Coaching, Supervision und Organisationsberatung, Mitglieder nach festgelegten Aufnahmekriterien auf. International zertifiziert die International Coaching Federation (ICF) Coaches in drei Stufen. Beide sind Beispiele; weitere Verbände arbeiten mit eigenen Standards.

Executive Coach auswählen: Sieben Prüfpunkte

Wer einen Executive Coach auswählen möchte, geht diese Punkte am besten vor dem ersten Termin durch. Was offen bleibt, klärt das Erstgespräch.

Ausbildung. Fragen Sie nach einer Coaching-Ausbildung mit Abschluss und nach ihrer Dauer. Ein Wochenendkurs und ein mehrjähriges Masterstudium bereiten sehr unterschiedlich vor.

Verband. Eine Mitgliedschaft zeigt, dass jemand die Standards und die Berufsethik eines Verbands akzeptiert hat.

Berufserfahrung vor dem Coaching. Wer selbst geführt oder in einer Organisation Verantwortung getragen hat, erkennt die Dynamiken schneller, von denen Sie erzählen.

Erfahrung als Coach. Wie lange arbeitet der Coach schon mit Führungskräften auf Ihrer Ebene? Wer viele ähnliche Situationen gesehen hat, hört eher, was zwischen den Zeilen liegt.

Chemie. Die Beziehung trägt die gesamte Arbeit. Achten Sie darauf, ob Sie offen sprechen können und ob der Coach Ihnen auch einmal widerspricht.

Erstgespräch. Seriöse Coaches bieten ein Erstgespräch an, bevor ein Mandat beginnt. Dort merken Sie, ob die Arbeitsweise zu Ihrem Anliegen passt.

Messbarkeit. Klären Sie, woran Sie am Ende den Erfolg erkennen. Gute Coaches vereinbaren Ziele mit Ihnen und überprüfen sie.

Mein Angebot vor Ort finden Sie unter Executive Coaching Zürich. Weitere Kriterien bespricht der Beitrag Top Executive Coach in Zürich.

Welche Fragen stellen Sie, bevor Sie einen Executive Coach auswählen?

Im Erstgespräch dürfen Sie den Coach ebenso prüfen wie er Sie. Vier Fragen bringen meist schnell Klarheit.

«Was haben Sie vor dem Coaching gemacht?» Die Antwort zeigt Ihnen die Feld- und Funktionskompetenz.

«Mit welchen Führungsebenen arbeiten Sie meistens?» Wer vor allem Teamleitende begleitet, kennt andere Fragen als jemand, der mit Geschäftsleitungen arbeitet.

«Wie messen wir, ob das Coaching wirkt?» Achten Sie darauf, ob die Antwort konkret wird: Vereinbarte Ziele und Rückmeldungen aus Ihrem Umfeld.

«Wer erfährt was?» Zahlt Ihr Unternehmen, klären Sie vorab, welche Informationen an den Auftraggeber gehen und was zwischen Ihnen und dem Coach bleibt.

Wenn Unternehmen für ihre Führungskräfte einen Executive Coach auswählen, sollte am Ende die Person entscheiden, die mit dem Coach arbeitet.

Warnzeichen für unseriöse Coaching-Angebote

Einige Signale sollten Sie stutzig machen, bevor Sie einen Executive Coach auswählen.

Fertige Lösungen für alle. Wer nach zehn Minuten weiss, was Sie tun sollen, verkauft eine Blaupause. Ihre Situation kennen Sie selbst am besten.

Grosse Versprechen ohne Messgrösse. Sätze wie «Danach sind Sie ein anderer Mensch» lassen sich kaum überprüfen. Seriöse Angebote nennen Ziele, an denen Sie den Coach messen können.

Vage Angaben zur Ausbildung. Bleibt die Qualifikation auch auf Nachfrage unklar, ist das bereits eine Antwort.

Druck zur schnellen Unterschrift. Wer Sie vor dem Erstgespräch auf ein grosses Paket festlegen will, stellt den Verkauf vor die Passung.

Was ich aus 20 Jahren Coaching-Praxis dazu sage

«Mir ist wichtig, messbare Verbesserungen für die Situation meines Coachees zu erwirken», habe ich 2019 gesagt. Dabei bleibe ich. Am meisten bewegt Coaching, wenn die Führungskraft fest am Prozess beteiligt ist und an den eigenen Anliegen arbeitet.

Deshalb mein Rat, wenn Sie einen Executive Coach auswählen: Nehmen Sie den, der im Erstgespräch nach Ihren Zielen fragt und mit Ihnen festhält, woran Sie den Erfolg später erkennen. Ein seriöser Coach lässt sich an diesen Zielen messen. Auf Wunsch hängt bei mir ein Teil des Honorars vom Ergebnis ab (Pay-for-Results).

Kernaussage von Cristian Hofmann, Executive Coach, aus dem Beitrag «Executive Coach auswählen: Woran Sie einen seriösen Coach erkennen»: «Ein seriöser Coach lässt sich an den Zielen messen, die er mit Ihnen vereinbart.»

Wenig halte ich davon, die Wahl allein über Zertifikate zu treffen. Ein Gütesiegel belegt Ausbildung und Standards; ob die Zusammenarbeit trägt, zeigt erst das Gespräch. Genauso riskant ist das andere Extrem, nur nach Bauchgefühl zu entscheiden: Sympathie fühlt sich gut an und sagt wenig darüber, ob jemand Sie auch herausfordert.

Häufige Fragen, wenn Sie einen Executive Coach auswählen

Wie finde ich einen guten Executive Coach?

Beginnen Sie mit Empfehlungen aus Ihrem Netzwerk und den Verzeichnissen der Berufsverbände. Danach führen Sie mit zwei oder drei Coaches ein Erstgespräch und vergleichen, wer am konkretesten nach Ihren Zielen fragt.

Woran erkenne ich, ob ein Coach seriös ist?

An einer nachweisbaren Ausbildung, an der Mitgliedschaft in einem Berufsverband und an klaren Aussagen zu Vertraulichkeit und Zielen. Fragen zur Qualifikation beantwortet ein seriöser Coach offen.

Wie wichtig ist die Chemie zwischen Coach und Klient?

Sehr wichtig, weil die Beziehung das Fundament der Arbeit ist. Achten Sie trotzdem auf die Qualifikation, denn Sympathie allein trägt ein Mandat selten über Monate.

Lässt sich der Erfolg eines Coachings messen?

Ja, wenn die Ziele zu Beginn vereinbart werden. Bewährt haben sich Rückmeldungen aus dem Umfeld vor und nach dem Mandat, etwa per 360-Grad-Feedback. Wer einen Executive Coach auswählen will, sollte genau diese Frage im Erstgespräch stellen.

Weiterführend auf hofmann.coach: Was macht Leadership Executive Coaching für Top-Führungskräfte wirksam? · So bleibt man als Coaching-Klient für den eigenen Fortschritt verantwortlich · Top Management Coaching: Warum erfolgreiche Führungskräfte mit einem Coach arbeiten

Hinweis: Dieser Beitrag erschien erstmals am 02.04.2024 und wurde im Oktober 2026 überarbeitet und um zwei Beiträge vom 05.08.2019 und 12.08.2019 zur Seriosität im Coaching erweitert.

Über den Autor

Cristian Hofmann ist Executive Coach in Zürich und Schaffhausen (MAS Coaching & Supervision BSO, Forbes-Autor). Er hat in über 20 Jahren mehr als 1'500 Führungskräfte begleitet: CEOs, Geschäftsleitungen und Leadership-Teams in der Schweiz, mit messbar vereinbarten Zielen und auf Wunsch Pay-for-Results. Mehr über Cristian Hofmann.

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